e-spaña:
Wie begegnen spanische Marken den Herausforderungen der Digitalisierung?

Ingo Rütten diskutierte als Markenexperte bei den „eBusiness Talks“ der Spanischen Botschaft in Berlin mit Startups und etablierten Unternehmen, wie SEAT, Telefonica und Santander, über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung – nicht nur für spanische Unternehmen.

 

3 zentrale Fragestellungen:

 

Global Brand oder Local Hero?

Trotz aktuell gegenläufiger Tendenzen: die Globalisierung öffnet auch weiterhin viele neue Märkte – auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Doch wie tritt man in neuen Märkten auf? Als Marke, die stolz ihre Herkunft betont – und damit vielleicht von dem besonderen Image des Landes profitiert, wie „Wein aus Frankreich“, „Mode aus Italien“, „Uhren aus der Schweiz“? Oder als international Unternehmen, das überall zuhause ist, sich eher aus seiner eigenen Markenphilosophie definiert und eine sehr globale Community anspricht? Lifestyle aus Spanien verkauft sich gut, aber gilt das auch für Technologien und Dienstleistungen? Und wie lange noch sind Autos „Made in Germany“ das Maß aller Dinge?

 

Verteidigung oder Herausforderung?

„Old“ und „New Economy“ haben als Definitionen ausgedient. Und doch scheint es manchmal so, als dass Investoren und Kunden den etablierten Unternehmen weniger Innovationen zutrauen, als den neun, wilden, jungen, disruptiven Startups. Doch wer hier das Rennen macht, wird von Branche zu Branche sehr unterschiedlich ausfallen. Spanien hat mit ZARA die wertvollste Modemarke der Welt aufgebaut – aber mit Ecoalf auch ein viel beachtetes Modestartup, dass komplett auf recycelte Materialien setzt. In den in Spanien traditionell starken Branchen von Fintech, Tourismus und Energie liefern sich junge und etablierte Unternehmen ein Wettrennen um die Innovationen.

 

Deutsche Ingenieurskunst oder spanische Agilität?

Neuerdings wird unsere schöne, neue Welt gerne mit dem Akronym „VUCA“ beschrieben (für: volatility, uncertainty, complexity und ambiguity). Wenn aber alles unsicher und mehrdeutig wird: kommt man dann noch mit der deutschen Tugend der sorgfältigen Ingenieurskunst weiter? Ist es dann noch zeitgemäß beispielsweise in der Automobilindustrie mehrjährige Entwicklungszyklen zu haben? Oder muss man sich sehr agil auf neue Anforderungen der Kunden und technologische Trends einstellen? Vielleicht kann hier eine unkonventionelle, spontanere und improvisierende Herangehensweise – wie sie den Spaniern zum Teil nachgesagt wird – manchmal sehr hilfreich sein.

Vielen Dank für die inspirierende und fundierte Keynote zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf spanische Marken.
Lucinio Muñoz, Spanische Botschaft Berlin

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